>der Medicus< eine verstörende oder lehrreiche Geschichte?

Puh – die letzte Seite ist ausgelesen – Verstört, verwirrt und erschöpft lege ich das Buch zur Seite.

>der Medicus< von Noah Gordon – knapp 700 ambivalente Seiten. Ambivalent wird wohl das häufigst gebrauchte Wort sein, das meine Gefühle zu diesem Buch beschreiben wird.  Aufgrund des Klappentextes wäre ich nie auf die Idee gekommen diesen Wälzer zu lesen. Doch lag mir mein Liebster zwei Jahre lang in den Ohren, dass ich diese Geschichte doch unbedingt lesen sollte. Da nahm ich dieses Buch mit in die Osterferien, lag auf einem bequemen Liegestuhl in der Sonne und begann – Doch dann: die Mutter des Hauptcharakters stirbt auf den ersten Seiten nach einer Geburt, der Vater bald darauf aufgrund einer unheilbaren Krankheit und die überlebenden Geschwister werden unter Tränen an andere Familien weitergereicht. Trunkenheit, Dunkelheit, Gewalt und Angst füllen die ersten 300 Seiten. Ich muss mich quälen dieses Buch nicht beiseite zu legen. Im Wieder denke ich, dass diese düsteren Elemente nun durchaus eine realistische Wiedergabe der Zeit um das Mittelalter herum widerspiegeln. Nicht alle Bücher können von einer heilen Welt handeln. Kann ich diese Lebensgeschichte nicht lesen, weil sie im Widerspruch zu meiner Situation steht? Ich halte aus!

Rob – die Hauptfigur – hat eine Vision: Er möchte Medicus werden, um seine eigenen Erfahrungen zu verarbeiten. Diesen Weg kann ich die nächsten 400 Seiten verfolgen. Dieser Wille gegen alle Steine, die ihm in Weg gelegt werden, anzukämpfen, um sein Ziel zu erreichen, diese Kraft und Starrsinn sind wohl die Elemente, die mich mit dem Anfang versöhnen.

Nicht als historischen Roman, sondern als persönlichen Entwicklungsroman kann ich das Buch empfehlen – allerdings an keine zartbesaiteten Seelen.

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